Josef Winkler - Methamorphosen - Werkschau

  1. 18. Sep 2021
  2. bis 19. Sep 2021
  3. 18:00 - 20:00

FORUM KUNST contemporary im ART SPACE stift millstatt Stiftgasse 1
9872 Millstatt

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Repositionierung eines eigenwilligen, abstrakten Expressionisten bei FORUM KUNST contemporary.

Das Programm der Galeristin Eleonore Schäfer steht für authentische Handschriften und autarke, künstlerische Positionen internationaler Kunst der Gegenwart. Mit dem Maler Josef Winkler präsentiert sie in diesem Herbst die aktuelle Werkschau eines weiteren, nicht dem Mainstream verbundenen Künstlers, dessen Leben immer auf der Suche war nach den ureigenen Facetten seines Schaffens.

Winkler studierte 1946 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt. Anschließend folgte ein Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Dubrowsky und Herbert Boeckl. Winkler fühlte sich in seinen ersten Schaffensphasen der Gruppe der Wiener Phantastischen Realisten verbunden. Nach einer Auszeit, seit Wiederbeginn der künstlerischen Tätigkeit, setzt sich Josef Winkler mit Inhalt und Möglichkeit, mit Form und Ästhetik des abstrakten Expressionismus auseinander und verschreibt sich dem Informell - mit zusehends unverwechselbarer Handschrift.

Seine Arbeiten tragen keine Titel. Es handelt sich um groß- wie kleinformatige Mischtechniken auf Papier, Holz, Homogenplatte. Während der Corona-Lockdowns entstanden, der Restriktion der Mittel geschuldet, Arbeiten mit Objektcharakter. In ihnen werden Gegenstände des täglichen Atelierlebens, wie Tuben und Pinsel, Dosen, Deckel und Drähte dem vormals flächigen Bild einverwoben und bilden nun singuläre Planeten, zu Kraterlandschaften mutierte, rätselhaft phantastische Kosmen.

Seine aus der Ebene drängenden, gegenstandslosen Werke nehmen gefangen.

Sie sind ebenso klar wie verträumt, wild wie Ruhe auslösend. Es sind Arbeiten von authentischer Textur, die die Dreidimensionalität suchen; oft im Spannungsverhältnis einer intensiven Farbe mit sparsam gesetzten, wenigen anderen stehen. Ihnen sieht man die Mehrschichtigkeit an, das Ringen auf jeder verborgenen Bildebene um den stimmigen, künstlerischen Ausdruck. Jedes Bild sei ein Neuanfang, sagt Josef Winkler, der subtile Symbolik und skripturale Zeichen unter der Oberfläche durchscheinend einfließen lässt, die man erkennen und für sich zu deuten wissen muss. Kreuze und Totenköpfe, Buchstaben und Inschriften verweisen auf flüchtige Bedeutungszusammenhänge, auf poetische Gedankenfragmente und eine tief zuunterst liegende Welt.

Linien und Oberflächenstrukturen zeigen organische Versatzstücke undefinierter Natur, eine ebenso raue wie flächig glatte Landschaft, in der sich Bergrücken und Täler über erhöhte Flächen schieben. Sie sind in eruptiver Gestik entstanden, spiegeln anschaulich den inneren Dialog des Malers im Übergang von Idee und Impuls, zeugen von künstlerischem Schaffensdrang im Moment der Verwandlung. Lebendige innere Materie transformiert sich in bleibende, sicht- und greifbare Zustände einer äußeren Welt.

Es entstehen Werke, die wir, die Betrachtenden, ganz im Sinne der Metamorphose unserer individuellen, subjektiven Verwandlung übergeben, sie zu Geschichten oder Gefühlen verdichten, in unsere Worte fassen und ihnen eigene Titel geben.

aks

Josef Winkler - Methamorphosen - Werkschau

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